Leitfaden zur Geschäftsgründung

Der Aufbau von Geschäftsbetrieben im gemeinnützigen Kontext gleicht der Vorbereitung einer nautischen Expedition, bei der die Kenntnis und Ausrüstung des eigenen Schiffs ebenso wichtig sind, wie das Beherrschen von Wetterkunde und Kursplanung. Der hier vorgestellte Aufbauprozess umfasst fünf Schritte, in denen abwechselnd das Innenleben und die Umwelt der Organisation zum Ausgangspunkt der Planung genommen werden. Jeder Schritt beginnt mit einer Analyse-Einheit und endet mit einer fundierten Entscheidung, ob und in welcher Form die Geschäftsgründung vorangetrieben werden soll.

1. Zielbestimmung
In einem ersten Schritt werden die Argumente abgewogen, die für und gegen die Gründung eines Geschäftsbetriebs sprechen. Der Diskussionsprozess sollte dabei innerhalb der Organisation auf möglichst breiter Ebene ablaufen. Auf Grundlage der vorgebrachten Argumente fällt in der Regel der Vorstand des Trägers die Entscheidung, ob und mit welchen Zielen die Geschäftsgründung vollzogen werden soll, und beauftragt ein Projekt-Team mit der Gestaltung des weiteren Planungsprozesses.

2. Ressourcenanalyse
Im zweiten Schritt werden die Ressourcen der Organisation analysiert, um das Feld der Geschäftsgründung abzustecken. Unter Beteiligung von Vorstand, Geschäftsführung, Mitarbeiter/innen und Klient/innen wird dabei zunächst eine Analyse von Kontakten, Know-how und Kapazitäten der Organisation vorgenommen, auf deren Grundlage dann Geschäfts­ideen generiert und systematisch ausgewertet werden. Das Ergebnis dieser Phase ist die Auswahl des besten Geschäftsfeldes nach Kriterien wie Attraktivität und Passung mit dem Profil der Organisation.

3. Marktanalyse
Nachdem das Geschäftsfeld bestimmt ist, wird der Markt mit den betreffenden Zielgruppen und Konkurrenten analysiert, um festzustellen, wie der Geschäftsbetrieb optimal zu positionieren ist. Der Prozess der Marktforschung kann an externe Berater ausgelagert werden, sollte aber in jedem Fall vom Projektteam vor- und nachbereitet werden. Auf Grundlage der Markt­analyse legt das Team die Marktstrategie für den Geschäftsbetrieb fest.

4. Konstruktion
Im vierten Schritt wendet sich der Planungsprozess mit der Konstruktionsentscheidung wieder dem Innenleben der Organisation zu. Die Konstruktion ist einerseits in Bezug auf die Rechtsform des zu gründende Betriebs, andererseits hinsichtlich seiner Steuerung zu klären. Die Konstruktionsentscheidung erfolgt im Projekt-Team unter Einbeziehung externer Beratung (insbesondere bzgl. steuerrechtlicher Fragen). Ergebnis dieser Phase ist ein Organisations-Modell, das dem Profil und den Interessen des Trägers ebenso gerecht wird wie den Anforderungen des Marktes.

5. Geschäftsplanung
Der fünfte Schritt ist die Erstellung des Geschäftsplans. Hierfür werden zunächst Planungsrechnungen angestellt, die Auskunft über die erwarteten Kosten und Umsätze und den Kapitalbedarf des Geschäftsbetriebs geben. Der Planungsprozess ist auch wichtig, um zu klären, an welcher Stelle noch lose Enden im Geschäftskonzept sind. Im Businessplan werden schließlich die Ergebnisse der Planung zusammengefasst und der zu gründende Geschäftsbetrieb im Kontext seines Marktes vorgestellt.

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Der hier vorgestellte Prozess kann die Ankunft am gewünschten Ziel zwar nicht garantieren, liefert aber einen systematischen Entscheidungsrahmen, um die Gründung eines gemeinnützig verankerten Geschäftsbetriebs optimal vorzubereiten.