jugendhaus düsseldorf e.V.

Bürogebäude mit vielen erleuchteten Fenstern.

Der Verein »jugendhaus düsseldorf e.V.« ist die Bundeszentrale für katholische Jugendarbeit in Deutschland und fungiert als Koordinationsstelle und Dienstleister in diesem Bereich. Die Arbeit des Vereins wird unter anderem durch die Erlöse aus verschiedenen Geschäftsbetrieben finanziert.

Entwicklungsgeschichte

Die wirtschaftlichen Aktivitäten des Vereins jugendhaus düsseldorf e.V. haben eine über 50jährige Tradition. Am Anfang stand die Überlegung, katholische Jugend in Deutschland zentral mit unterschiedlichen Dienstleistungen zu versorgen. Hintergrund war dabei das Bestreben, bessere Konditionen mit Geschäftspartnern auszuhandeln (z.B. bei Rahmenverträgen mit Versicherungsgesellschaften) und etwa bei Publikationen verschiedene Synergien zu nutzen. Aus diesem Grundgedanken haben sich die wirtschaftlichen Aktivitäten in über 50 Jahren verändert, angepasst und neu entwickelt. Heute steht der Dienstleistungsgedanke für die Mitglieder des »jugendhaus düsseldorf« im Vordergrund. Mit den verschiedenen Dienstleistungen und Produkten können Erlöse erzielt werden, die direkt an die katholische Jugendarbeit zurückgeführt werden, wobei keine Gesellschafter oder Kommanditisten bedient werden. So hat sich ein Wirtschaftsbereich herausgebildet, der sich aus Dienstleistungen im Print- und Medienbereich, Beratung von verschiedenen Projekten der Jugendarbeit, dem Verkauf von Büchern, Textilien bis hin zu Versicherungspolicen zusammensetzt.

Konstruktion

Die wirtschaftlichen Betriebe sind als eine Abteilung im »jugendhaus düsseldorf« zusammengeführt. Zu ihr gehören die »Verlag Haus Altenberg GmbH«, die »Versicherungsvermittlungs- und Service GmbH«, die Versandbuchhandlung des »jugendhauses düsseldorf« und der »Verkauf und Vertrieb im jugendhaus düsseldorf«.
Die »Verlag Haus Altenberg GmbH« ist ein Verlag für Jugendarbeit, Jugendpastoral und Verbände. Das Buchprogramm wurde in den letzten Jahren neu definiert, was zu einer erheblichen Ausweitung des Programms führte. Darüber hinaus werden alle Zeitschriften im Hause redaktionell und verlegerisch betreut. Die Versandbuchhandlung vertreibt überwiegend die Bücher und Medien der »Verlag Haus Altenberg GmbH«. Ebenso werden die internen Bestellungen abgewickelt und zielgruppenbezogen unterschiedliche Buchprospekte erstellt; im Internet-Shop findet sich eine Zusammenstellung von Büchern und Medien für den Bereich Jugendarbeit.

Die »Versicherungsvermittlungs- und Service GmbH« vermittelt Versicherungen für alle Formen der Jugendarbeit. Die GmbH tritt dabei als Mittler zwischen verschiedenen Versicherern und den Endabnehmern im gemeinnützigen Bereich auf und erhält hierfür eine Umsatzprovision. Mit den unterschiedlichsten Angeboten in den Sparten Transport-, Sach- und Personen-Versicherung, Reise-Kranken-Versicherung und KFZ-Versicherung hält die GmbH ein abgerundetes und speziell auf die Jugendarbeit konzentriertes Angebot bereit. Weiterhin werden zukünftig neue Produkte aufgebaut, um den dynamischen Notwendigkeiten der Zielgruppe gerecht zu werden.

Der Schwerpunkt im Bereich Verkauf und Vertrieb liegt schließlich bei der Produktion und dem Verkauf von Textilien, insbesondere der bekannten »Altenberger Ministrantenkleidung«. Hier werden außerdem viele Materialien für Kampagnen und Aktionen der Träger der katholischen Jugendarbeit auf den Weg gebracht. Für den »Weltjugendtag 2005« in Köln werden alle Materialien von Print über Videos, Fahnen etc. bearbeitet und verschickt. Auch die jährliche Aktion »Ökumenischer Kreuzweg der Jugend«, bei der ca. 600.000 Jugendliche angesprochen werden, wird über den Arbeitsbereich abgewickelt.

Die in den letzten 50 Jahren gewachsenen Organisationsstrukturen und entwickelten Geschäftsfelder haben eine enge Anbindung an den Verband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend und seine Untergliederungen sowie an die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz. Die Nähe zu weiteren bundeszentralen Einrichtungen wie z. B. die Deutsche Jugendkraft (katholischer Sportverband) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit ermöglicht für beide Seiten wichtige Kooperationen.

Von den Dienstleistungen der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe im jugendhaus düsseldorf profitieren beide Seiten, nicht nur in monetärer Hinsicht, sondern zum Beispiel bei der Produktentwicklung und der Erschließung von Zielgruppen, bei der die Ziele oder Aufgaben des Trägers kommuniziert werden und das vorhandene positive Imagepotenzial verstärkt wird.

Kritische Punkte

Die Geschäftsabwicklung bedarf einer professionellen Arbeitsstruktur, die sich bei gemeinnützigen Organisationen und Verbänden nicht selbstverständlich findet. Beim »jugendhaus düsseldorf« entwickelt sich diese Struktur prozesshaft und unterliegt verschiedenen Bedingungen einer modernen Organisation. Dies sind zum einen die für die heutige Zeit unabdingbare moderne EDV, spezifisches Fachwissen für die Geschäftsfelder Versicherungen, Verlag, Buchhandlung, Textilhandel, Direktmarketing, aber auch spezielle Kenntnisse der Zielgruppen und deren Besonderheiten. In den Geschäftsfeldern entstehen Beratungsaufgaben wie bei der Mediengestaltung, Lizenzverwaltung, Rechts- und Versicherungsfragen, Marketing und Inkasso-Management. Neben den operativen Arbeitsfeldern ist ein leistungsstarkes Rechnungswesen und ein Finanzcontrolling für die einzelnen Geschäftsfelder Bedingung. Die Projekte und Produkte werden vorfinanziert und nicht alle versprechen den gleichen Erfolg. Das Geschäftsrisiko ist nicht immer klar einschätzbar. Um das Qualitätsmanagement zu verbessern, hat das »jugendhaus düsseldorf« in Zusammenarbeit mit einer Beratungsfirma für die Geschäftsfelder Verlag, Versandbuchhandlung und Versicherung die Balanced Scorecard als Instrument modernen Controllings implementiert, um zusammen mit den Mitarbeitern unternehmerische Prozesse besser zu steuern und zu kontrollieren.

Gerade die Rolle der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss besonders betrachtet werden, da Sie mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten agieren, aber einer größtenteils aus dem gemeinnützigen Bereich bestehenden Belegschaft gegenüberstehen, die andere Zielabsichten bei der Verrichtung ihrer Arbeitsaufträge kennt. Da ein anderes Verständnis zu betriebswirtschaftlichen Abläufen fehlt, sind Konflikte vorprogrammiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den Notwendigkeiten eines effektiven Geschäftsverhaltens unterworfen, das oft Konflikte mit der Zielgruppe aufwirft, da sie ja »für einen guten Zweck« Produkte entwickeln, einkaufen und vertreiben, ohne selbst zumindest materiell profitieren zu können.

Erfolgsfaktoren

Die Entwicklung von Produkten findet beim »jugendhaus düsseldorf« in enger Kooperation mit dem gemeinnützigen Bereich statt. Allerdings sind nicht alle Projekte, die im gemeinnützigen Bereich kreiert werden, wirtschaftlich umzusetzen. Die Entwicklung stützt sich stark auf Trends und Anforderungen der Zielgruppe, die sehr genau beobachtet und analysiert werden.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation ist der »Ökumenische Kreuzweg der Jugend«, eine gemeinsame Aktion katholischer und evangelischer Jugendverbände, bei der ca. 600.000 Jugendliche erreicht werden. In der Vorbereitungsphase entwickelt eine Redaktionsgruppe Texte, Lieder und Bilder. Die Produktpalette umfasst 16 unterschiedliche Produkte vom Buch bis hin zur Diaserie, Powerpointpräsentation und einer Musik-CD. Bei diesen Projekten zwischen wirtschaftlichem Geschäftsbereich und gemeinnütziger Redaktion gibt es eine jahrelang effektiv verlaufende Kooperation. Die Aktion kommt dabei gänzlich ohne öffentliche oder kirchliche Zuschüsse aus. Die Erlöse werden reinvestiert und finanzieren gemeinnützige Arbeitsbereiche. Der Imagegewinn für die Herausgeber ist enorm.

Die erfolgreiche Kooperation kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Refinanzierung des gemeinnützigen Bereiches durch den Aufbau eines Wirtschaftsbetriebs bestimmter Voraussetzungen bedarf. Das »jugendhaus düsseldorf« greift auf gewachsenen Strukturen zurück, die sich in über 50 Jahren gebildet haben. Stephan Hiller, Abteilungsleiter im »jugendhaus düsseldorf«, weiss, dass das Potential der Zielgruppe im Prozess der Entwicklung und Planung von Geschäftsbetrieben entscheidend ist, da eine relative Sättigung des Marktes schnell erreicht ist. »Eine hohe Reinvestition in neue Ideen und neue Produkte, sprich den Wirtschaftsbetrieb, ist notwendig«, erklärt Hiller. »Dies kann gerade beim Aufbau in wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben übersehen werden. Überwiegende Investitionen im gemeinnützigen Bereich binden finanzielle Spielräume, die aber letztendlich zur Weiterentwicklung der Gesamtorganisation notwendig sind«. Dabei darf, so Stefan Hiller, das Geschäftspotential eines Vorhabens nicht überschätzt werden. »Es reicht nicht eine Geschäftsidee, sondern mehrere Standbeine sind notwendig, um letztendlich auch konjunkturell bedingte Einbrüche zu überstehen. Die Erfahrungen zeigen, dass gerade bei Organisationen, die selbst wirtschaftlich tätig werden wollten, eine zu geringe Kapitaldecke bestand, um die notwendige Infrastruktur – Personal, Ausstattung, Marketing – aufzubauen und langfristig eine zufriedene Rendite zu erwirtschaften«.

Das »jugendhaus düsseldorf« hat mit seinen unterschiedlichen Geschäftsbereichen ein einmaliges Rundum-Versorgungspaket für seine Zielgruppen geschaffen Es finanziert und unterstützt durch seine verschiedenen wirtschaftlichen Aktivitäten kirchliche Kinder- und Jugendorganisationen, die sicher nicht ohne seine übergeordnete Struktur überleben könnten. Mit dem »Label« »jugendhaus düsseldorf« assoziieren kirchliche Einrichtungen dabei Versicherungen, Bücher, den »Ökumenischen Kreuzweg der Jugend« und natürlich ein breites Dienstleistungsangebot.

Symbol: »Adresse« (ein Stift zeigt auf das Adressfeld eines Briefes)

jugendhaus düsseldorf e.V.
Carl-Mosterts-Platz 1
40477 Düsseldorf
Tel.: (02 11) 46 93-0
Fax: (02 11) 46 93-12 0
E-Mail: jhd@jugendhaus-duesseldorf.de
www.jugendhaus-duesseldorf.de