Businessplan

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Der Businessplan (auch als Geschäftsplan oder Unternehmenskonzept bezeichnet) beschreibt den Betrieb im Kontext seines Marktes und gibt Auskunft über die geplante Umsetzung der Gründung, vor allem hinsichtlich der personellen Besetzung, des Marketing und der Finanzierung. Ziel des Plans ist es, eine umfassende Einschätzung der Chancen und Risiken einer Geschäftsgründung zu ermöglichen.

Der Businessplan fungiert damit gleichzeitig als innerer Bezugspunkt für das strategische Management des Betriebs und als Instrument zur Außendarstellung des Geschäftskonzeptes gegenüber potentiellen Geldgebern und Partnern. Diese Mischung ist insofern problematisch, als die Versuchung, das Vorhaben nach außen schönzufärben, um Unterstützung zu sichern, dazu führen kann, dass auch intern mit geschönten Daten und überoptimistischen Prognosen gearbeitet wird. Dieses aus Projektförderungen im gemeinnützigen Bereich bekannte Problem ist in Anbetracht der mit einer Geschäftsgründung verbundenen Risiken noch erhöht. So ist ein aufgrund unrealistischer Prognosen nicht rückzahlbarer Kredit unter Umständen schlimmer als ein aufgrund realistischer Prognosen verweigerter. Es ist daher äußerst wichtig, den Businessplan auf ein solides Daten-Fundament zu stellen.

Bei der Erstellung des Businessplans lassen sich die Ergebnisse der vorausgegangenen Planungsschritte, von der Ressourcen- bis zur Marktanalyse, nutzen. In der Regel bietet es sich an, dass die für das Gründungsprojekt zuständigen Personen auch die Erstellung des Businessplans koordinieren. Sie können dabei Hilfe aus der Organisation und externe fachliche Beratung in Anspruch nehmen. Wichtig ist allerdings, dass der Prozess überwiegend intern verläuft und die Erstellung des Businessplans nicht komplett an Berater ausgelagert wird. Dies garantiert nicht nur bessere und akkuratere Planungsergebnisse, sondern auch eine größere Verbundenheit mit dem Geschäftsbetrieb innerhalb der Organisation.

Der Erstellungsprozess kann – je nach Vorarbeit und Intensität der Planung – zwischen einem und sechs Monaten dauern (zumindest 30–60 Arbeitsstunden). Dieser zeitliche Aufwand ist oft abschreckend, sodass viele Träger ihre Geschäftsbetriebe ohne vorherige Businessplanung starten. Dies ist möglich, wenn es sich um einfache, intuitiv planbare Aktivitäten handelt, für die der Träger kein externes Kapital benötigt. In der Regel ist die zeitliche Investition in den Planungsprozess jedoch ein sinnvoller Schritt, um Klarheit über den Umsetzungsrahmen zu erreichen und um interne und externe Unterstützung für das Vorhaben zu mobilisieren. Untersuchungen zeigen, dass die Erfolgsquote bei Projekten, für die im Vorfeld ein Businessplan erstellt wurde, merklich höher liegt, als bei »intuitiv« gestarteten Geschäftsbetrieben.

Businesspläne im gemeinnützigen Kontext unterscheiden sich von Geschäftskonzepten privater Gründungen im Wesentlichen nur in einem Punkt: Während die Zielbestimmung von privatwirtschaftlichen Unternehmen sich normalerweise in der Profitmaximierung erschöpft, gesellt sich bei gemeinnützig verwurzelten Geschäftsbetrieben meist noch ein ideelles Ziel zum finanziellen. Die ideellen Zielanteile (seien sie sozial, kulturell oder politisch definiert) müssen im Geschäftsplan beschrieben und mit dem Betrieb in Verbindung gesetzt werden. Sie sind in der Regel aus dem Zweck des gemeinnützigen Trägers hergeleitet, dessen Investitionsmotiv im weitesten Sinne die Erreichung seiner Ziele (im Sinne der Verwirklichung von Satzungszwecken) ist. Mitunter werden die ideellen Ziele (insbesondere bei Zweckbetrieben) auch quantifiziert und in Indikatoren wie dem »Social Return on Investment« (SROI) bewertet.

Gliederung

Ein guter Businessplan ist übersichtlich, klar, und sachlich geschrieben. In der Regel sind im kleinunternehmerischen Bereich 30–60 Seiten Umfang Standard. Eine verbindlich vorgeschriebene Gliederung für Geschäftspläne gibt es nicht, die im folgenden aufgeführten Abschnitte geben daher nur eine mögliche Form vor.

Übersicht

In der Übersicht wird der Businessplan auf ein bis zwei Seiten zusammengefasst. Hierbei stehen im Vordergrund:

  • die Kurzdarstellung der Trägerorganisation (Hintergrund, Tätigkeit, Rechtsform)
  • die Darstellung des zu gründenden Geschäftsbetriebs (Ziele, Angebote, Personen)
  • die Marktanalyse (Zielgruppen, Konkurrenten, Absatzstrategie) und
  • die Finanzplanung (Wirtschaftlichkeitsrechnung und Kapitalbedarf).

Die Übersicht sollte prägnant sein, da in vielen Fällen nicht über sie hinaus gelesen wird. Es leuchtet ein, dass dieser Text am besten zum Schluß geschrieben wird.