Planungsrechnung

Planungsrechnungen liefern die Grundlage zur Erstellung des Finanzplanes für die Geschäftsgründung. Sie zeigen auf, wieviel Kapital eingesetzt werden muss und welche Ergebnisse damit erwirtschaftet werden können. Da zu diesem Thema bereits umfangreiche Literatur im Existenzgründungs- und Managementbereich besteht und sich Geschäftsgründungen von privater oder gemeinnütziger Seite in Bezug auf die Planungsrechnungen nicht grundlegend unterscheiden, soll hier nur eine oberflächliche Einführung ins Thema gegeben werden. Als zentrale Planungsrechnungen werden im Folgenden die Ermittlung des Kapitalbedarfs, der Wirtschaftlichkeit sowie der Liquidität und des Cash Flow beschrieben. Abschließend wird die Finanzierungsplanung erläutert.

Ermittlung des Kapitalbedarfs

  • Gründungskosten sind Notar-, Beratungs- und Verwaltungskosten die bei der Gründung einer Gesellschaft anfallen. Im Kleinunternehmerbereich werden sie in der Regel mit rund 3.000 Euro veranschlagt. Darüber hinaus ist bei Gründungen von Kapitalgesellschaften die Stammeinlage zu beachten (25.000 Euro bei GmbHs), die bei der Gründung mindestens zur Hälfte einzuzahlen ist, allerdings bei entsprechendem Nachweis auch als Sacheinlage eingebracht werden kann und somit mit Investitionen verknüpfbar ist.
  • Investitionskosten sind Aufwendungen für Mittel, die dem Betrieb längerfristig zur Verfügung stehen (etwa Grundstücke, Gebäude, Einrichtungen, Ausstattungen, Maschinen).
  • Die Warenerstausstattung bezeichnet den Einkaufswert der bei Gründung ins Lager genommenen Waren und Rohstoffe.
  • Die Liquiditätsreserve bezeichnet Gelder, die direkt abrufbar sind um Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie setzt sich aus den flüssigen Mitteln und der Kreditlinie bei der Bank zusammen. Im laufenden Betrieb sollte stets eine Liquiditätsreserve von drei Monaten vorhanden sein. Bei der Gründung eines Geschäftsbetriebs sollten allgemeine Betriebskosten für zumindest drei Monate sowie Personalkosten für sechs Monate als Reserve eingestellt werden.

Der Vorstand des »Kult e.V.« errechnet den Kapitalbedarf der GmbH-Gründung wie folgt:

Notar- und Beratungskosten € 3.000,–
Stammeinlage
(davon Investitionen in Holz- und Metallverarbeitungsmaschinen in Höhe von € 15.000,–)
€ 25.000,–
Warenausstattung (Material) € 10.000,–
Liquiditätsreserve
• allg. Betriebskosten
• Personalkosten

€ 3.000,–
€ 24.000,–

Summe € 65.000,–
Von dieser Summe kann der Verein € 15.000,– aus seinen freien Rücklagen einbringen. Das Bankdarlehen sollte also mindestens 50.000,– Euro betragen.