Wirtschaftlichkeitsrechnung

Seite 1: Bestimmung der Wirtschaftlichkeit

Die Bestimmung der Wirtschaftlichkeit beruht auf der Berechnung des erwarteten Betriebsergebnisses. Das Ergebnis (also der Gewinn oder Verlust des Geschäfts in einer bestimmten Periode) bestimmt sich aus der Aufrechnung der erwarteten Erträge (primär der Umsatzerlöse) und Aufwendungen (primär dem Wareneinsatz und den Betriebskosten) des Geschäftsbetriebs in dieser Periode.

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Formel: Betriebsergebnis = Umsatzerlöse minus Wareneinsatz minus Betriebskosten

Der Wareneinsatz bezeichnet dabei den Betrag, der für den Einkauf abgesetzter Waren bzw. für verarbeitete Rohstoffe aufgewendet wird. Betriebskosten sind alle anderen laufenden Kosten. Zu ihnen zählen etwa Personalkosten, Miet- und Nebenkosten, Fahrzeugkosten, Reparaturen, Administration, Werbung, sowie Steuern, Zinsen und Abschreibungen.

Abschreibungen (auch »Absetzungen für Abnutzungen« oder kurz »AfA«) sind über mehrere Jahre aufgerechnete Investitionskosten. Sie werden steuerlich dadurch relevant, dass Ausgaben für Investitionen über 410 Euro nicht einfach dem Kaufjahr zugerechnet werden, sondern in der Buchhaltung über ihren Nutzungszeitraum hinweg »abgeschrieben« werden, wodurch sich die Gewinnermittlung entsprechend ändert. Die jährliche Abschreibungssumme, die Teil der Betriebskosten ist, berechnet sich dabei aus der durchschnittlichen Nutzungsdauer der Güter.

Die vom Finanzamt anerkannten Nutzungsdauern für die gebräuchlichsten Investitionsgüter sind in der AfA-Tabelle zusammengestellt.

Die zentrale Kennzahl auf Ertragsseite ist der Umsatz. Die Prognose der Umsätze eines Geschäftsbetriebs für einen bestimmten Zeitraum ergibt sich aus der Multiplikation der voraussichtlichen Absatzmenge mit dem durchschnittlichen Produktpreis. Dabei sollte für jedes Produkt im Sortiment des Geschäftsbetriebs eine eigene Rechnung vorgenommen werden. Ist die Produktpalette so breit, dass die Einzelaufschlüsselung zu aufwendig wird, muss der geschätzte Umsatz für einzelne Produktgruppen zusammengefasst werden.
Da Umsätze in der Regel in der Startphase niedriger liegen, als in einem idealtypischen Geschäftsjahr, sollten sie in der Planungsrechnung zur Gründung getrennt berechnet werden, wobei jeweils der erwartete Anlaufumsatz und der wahrscheinliche Maximalumsatz nach erfolgreichem Markteinstieg als Ertragsgrundlage genommen werden.

Es ist sinnvoll, auch den notwendigen Mindestumsatz zur Kostendeckung (»break even«) zu bestimmen. Der Mindestumsatz leitet sich aus der Verkaufsmenge her, die notwendig ist, um die fixen Kosten des Betriebs zu decken. Die fixen Kosten (in der Regel die Betriebskosten) entsprechen dem zur Kostendeckung benötigten »Mindest-Rohertrag« . Die Mindestverkaufsmenge wird dabei durch das Verhältnis des Mindest-Rohertrags zum Einheiten-Rohertrag bestimmt. Der Einheiten-Rohertrag wird wiederum aus der Differenz von Erlös und Wareneinsatz pro Einheit gebildet.

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Formel: Mindestverkaufsmenge = Mindest-Rohertrag (bzw. Betriebskosten) geteilt durch Einheiten-Rohertrag

Wird der Mindestumsatz unterschritten, kommt es zu einem negativen Betriebsergebnis. Dies ist in der Startphase von Geschäftsgründungen üblich. Verluste in der Anlaufphase müssen dabei durch die Liquiditätsreserve aufgefangen werden.

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Der »Kult e.V.« bestimmt bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung zunächst das voraussichtliche Betriebsergebnis in der Startphase und nach erfolgreichem Einstieg sowie die Mindestverkaufsmenge zum »Break Even« mit folgender Berechnung.

Monatliche Ergebnisse in der Startphase (erste 24 Monate)
Erwartete Verkaufszahl / Monat: 15 Stellwände
Verkaufspreis € 200,–
Monatl. Umsatzerlöse (Anlauf) € 3.000,–
– Betriebskosten (inkl. Personal):
– Wareneinsatz (€ 25 / Stück)
€ 5.000,–
€ 375,–
= Betriebsergebnis (monatl. Verlust) - € 2.375,–
Monatliche Ergebnisse bei Etablierung (ab dem 3. Jahr)
Erwartete Verkaufszahl / Monat: 45 Stellwände
Verkaufspreis € 200,–
Monatl. Umsatzerlöse (Anlauf) € 9.000,–
– Betriebskosten (inkl. Personal):
– Wareneinsatz (€ 25 / Stück)
€ 5.000,–
€ 1.125,–
= Betriebsergebnis (monatl. Gewinn) € 2.875,–
Mindestverkaufmenge
€ 5.000,– (Betriebskosten) geteilt durch € 175,– (Einheiten-Rohertrag) = 29