Verankerte Entwicklung

Seite 3: Diversifikation, Risiko

Diversifikation

Schließlich kann es auch sein, dass weder die etablierten Zielgruppen, noch die bestehenden Angebote für eine Eigenmittel-Erwirtschaftung der Organisation in Frage kommen. In diesem Fall bietet es sich an, Geschäftsfelder zu suchen, die sowohl neue Produkte, als auch neue Märkte erschließen. Diversifikation bedeutet dabei, die Gewinnchancen, allerdings auch die Risiken eines Fehlschlages zu erhöhen.

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Das JugendBildung e.V. Team merkt bald, dass der Markt für Computerkurse derart hart umkämpft ist, dass der Aufwand für Auftrags-Akquise unverhältnismäßig hoch ist. Da das Gewinnpotential im Firmenkundenbereich dennoch lockt, sucht das Team nach einer lukrativen Marktlücke für einen ausgelagerten Geschäftsbetrieb. Nach einiger Recherche wird beschlossen, Recherche- und Databasing-Dienstleistungen an Unternehmen zu vermarkten. Hierfür nimmt der Verein auf Honorarbasis zwei IT-Fachkräfte unter Vertrag, die jeweils 1000 Euro im Monat erhalten. Zusätzlich fallen rund 500 Euro im Monat an Büro und Sachkosten an. Wenn alles nach Plan läuft, nimmt der Geschäftsbetrieb 5000 Euro im Monat mit seinen Dienstleistungen ein, macht also 2.500 Euro Gewinn, mit denen die Jugendarbeit finanziert werden kann. Wenn keine Aufträge hereinkommen, macht der Verein mit dem Betrieb 2.500 Euro minus im Monat. Da es eine Weile dauert, bis die nötige Produktkompetenz und der Bekanntheitsgrad auf dem Markt erreicht ist, rechnet das Team mit einer Anschubphase von mindestens 12 Monaten, also einer Startinvestition von 6.000 Euro.

Risiko

Jede der vier skizzierten Strategien kann bei einer Geschäftsgründung die richtige sein. Einer der grundlegenden Unterschiede zwischen ihnen ist dabei der Risikograd. Während die Marktdurchdringung (alt-alt) mit dem geringsten Risiko, oft aber auch mit geringem Gewinnpotential verbunden ist, birgt die Diversifikation (neu-neu) unzweifelhaft das höchste Risiko und verspricht unter Umständen die höchsten Gewinne. Bei den beiden anderen Strategien ist das Verhältnis ausgewogener, wobei die Markterschließung allgemein als riskanter beurteilt wird als die Produktentwicklung, da Know-how einfacher einzukaufen ist als Zielgruppenzugänge.