Zielbestimmung

Sofern die vorgebrachten Argumente unter dem Strich für eine Geschäftsgründung sprechen, sind in einem zweiten Schritt die Ziele der Gründung zu bestimmen. Zur Bestimmung der Ziele kann – je nach Ausgangssituation – ein ganzheitlicher Prozess oder aber ein analytisches Verfahren gewählt werden. Ganzheitliche Methoden, wie etwa die Zukunftswerkstatt, generieren Lösungen im Kontext stimmiger Gesamtentwürfe und haben den Vorzug, dass sie viel Kreativität und Motivation freisetzen. Analytische Verfahren zeichnen sich demgegenüber dadurch aus, dass sie Ziele schrittweise und realitätsbezogen entwickeln. Dabei können langfristige Finanzierungs-, sowie Wachstums- und Entwicklungsziele zum Beispiel anhand der oben genannten Vorteilskategorien bestimmt werden. Dies ist insbesondere bei komplexen Ausgangssituationen und konkurrierenden Zukunftsbildern von Vorteil. In jedem Fall ist es sinnvoll, möglichst breite Kreise der Organisation an dem Entscheidungs- und Zielfindungsprozess direkt (in Workshops) oder indirekt (durch Repräsentation oder Befragung) zu beteiligen.

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt entstand Ende der 60er Jahre im Kontext basispolitischer Gruppenarbeit. Die maßgeblich von Robert Jungk entwickelte Methode strukturiert einen kollektiven Ideenfindungs- und Planungsprozess, der sich aus der kreativen Spannung zwischen kritischem und utopischem Denken speist. Im Zusammenhang mit der Geschäfts- und Projektentwicklung ist die Zukunftswerkstatt ein geeigneter Rahmen, um breite Kreise der Organisation frühzeitig am Entscheidungsprozess zu beteiligen und erste Ideenentwürfe zu entwickeln.

Die Zukunftswerkstatt läuft in drei Phasen ab:

1. Kritikphase

In dieser Phase soll eine möglichst umfassende, aber gleichzeitig präzise Kritik am Status quo entstehen. Die Phase wird eingeleitet durch eine provozierende Leitfrage der Moderation, die die Teilnehmenden dazu auffordert, Unmut und Ängste in Bezug auf die bestehenden Verhältnisse auf Karten zu schreiben. Diese werden vorgelesen, an einer Stellwand in Themenfelder sortiert und durch Punktverfahren priorisiert. Es ist wichtig, dass die Beiträge kurz und konkret gefasst sind und dass in dieser Phase noch keine Diskussion über die Kritikpunkte entsteht.

2. Phantasiephase

In der zweiten Phase soll die aufgedeckte Kritik ins Positive gewendet werden. Die Teilnehmenden entwickeln in Kleingruppen zu den in der Kritikphase markierten Problemfeldern positive Zukunftsentwürfe. Die finanzielle und politische Realisierbarkeit der Ideen steht hierbei zunächst nicht zur Debatte. Die Art der Präsentation ihrer Utopien ist der Kreativität jeder Gruppe überlassen.

3. Verwirklichungsphase

In der letzten Phase werden die Zukunftsentwürfe mit der Realität in Deckung gebracht. Zunächst werden die Utopien dabei auf ihre Realisierbarkeit unter den gegenwärtigen oder zu schaffenden Bedingungen überprüft. Die Gruppe identifiziert fördernde und behindernde Faktoren sowie Indikatoren für die Erfolgschance jedes Entwurfs. Als zweites werden Durchsetzungsstrategien entwickelt, mit denen die Ideen ganz oder in Teilen umsetzbar werden. Schließlich beschließt die Gruppe einen Aktionsplan, in dem die Umsetzung einzelner Strategien in möglichst konkreter Form festgehalten wird. In der klassischen Form dauert die Zukunftswerkstatt drei Tage, wobei jede Phase an einem Tag stattfindet. Diese ausführliche Form entschärft die sonst unsanften Übergänge zwischen den Phasen, die je sehr unterschiedlicher Atmosphären bedürfen. Üblich sind allerdings auch zweitägige oder sogar eintägige Zukunftswerkstätten. Die optimale Teilnehmerzahl liegt zwischen 15 und 25 Personen, die von einem externen Moderator begleitet werden.

Symbol: »Weitere Infos« (eine Lupe über 2 Blatt Papier)

Weitere Informationen zur Methode Zukunftswerkstatt im Wegweiser Bürgergesellschaft