Zusammenfassung

  • Bei der Abwägung einer Geschäftsgründung im gemeinnützigen Kontext sind diverse Vor- und Nachteile zu berücksichtigen: Während schneller Profit und Unabhängigkeit der Organisation als Gründungsmotive oft überbewertet werden, können Geschäftsgründungen vor allem bei inhaltlichen Überschneidungen eine positive Wirkung auf die ideelle Arbeit haben. Sie stärken zudem die Organisation durch direkte und indirekte Finanzierung und eröffnen Zugang zu externem Kapital. Schließlich verbessern sie auch den Zielgruppenbezug der Träger durch Intensivierung und Aufbau von Kontakten.
  • Argumente gegen Geschäftsgründungen verweisen unter anderem auf die drohende Abkehr von der ideellen Linie des Trägers, die Gefährdung der Gemeinnützigkeit sowie das Risiko des Scheiterns aufgrund fehlender Kapazitäten und mangelnden Know-hows. Darüber hinaus formiert sich bei Geschäftsgründungen oft mikropolitisch begründeter Widerstand, da die Sozialordnung eines Trägers in der Regel durch eine Geschäftsgründung gestört wird.
  • Der Prozess der Zielbestimmung einer Geschäftsgründung kann durch ganzheitliche Verfahren, wie die Zukunftswerkstatt oder durch eine systematische Entwicklung von Zielen auf Grundlage der möglichen Vorteile einer Gründung erfolgen. In jedem Fall sollten möglichst breite Kreise der Organisation an diesem Prozess beteiligt sein.
  • Ein nützliches Instrument um herauszufinden, wie die Geschäftsgründung das bestehende Beziehungsgeflecht des Trägers verändert, ist die Stakeholder-Analyse.